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New Hampshire

Nach einer längeren Eingewöhnungszeit hier in meiner neuen Umgebung  fange ich an wieder ein paar Mal in der Woche was zu schreiben. Also, ich bin jetzt nicht mehr im Vorbereitungscamp in Washington sondern wurde vor 5 Wochen hier an das andere Ende der USA in einen kleinen hübschen Staat namens New Hampshire geschickt. Hier gehe ich in eine stattlichen High School und wohne in einer amerikanischen Gastfamilie in dem 1500 Seelen Dorf „Twin Mountain“ (liegt in Mitten der White Mountains, eingeschlossen dem Berg „Mount Washington“, von dem man gelegentlich in Galileo hört. New Hampshire und ganz besonders der norden ist so ziemlich karg von Städten. Für die nächste ordentliche Einkaufsmöglichkeit ist ein 30-50 minütige Autofahrt zwischen ziemlich viel, rot-gelb-orange-grünen Wäldern nötig. Zur Schule fährt zum Glück ein Schulbus, da es eine regionale Schule ist, das heißt dass die 400 Schüler an der White Mountain Regional High School verstreut über halb Carrol County ist. Ich wohne etwas abseits des nicht wirklich vorhandenen Dorfkerns in einem eher kleineren Haus, bzw. einer mittleren Hütte. Wenn man von seinem deutschen Luxusstandart absieht, ist recht komfortable, aber manchmal doch etwas eng wenn man sich mit meiner dafür sehr netten Gastfamilie einige Räume teilt. Ich habe meinen eigenen Raum und das Haus beherbergt noch 2 Katzen. Schon jetzt anfang Oktober gibt es Frost und ich hab mir erklären lassen, dass es im Winter (wirklich) umgerechnet bis zu -20° Celsius wird. Dafür wird es hier viel Schnee geben, etwa bis zu 2 Metern. Das ist natürlich gut für seine Freizeitgestaltung, die dann im Winter besser ausfällt als etwas jetzt im Herbst. Das war jetzt etwas allgemein über meine Lebensgestaltung und ich werde dann bald mehr spezielleres über Dinge erzählen, bzw. mal bei ein paar aufregenden Tagen ein Tagebuch schreiben.

8.10.08 18:24


Über die High School

Also mal was über die High School: Erst Mal beiseite mit American Pie und High School Musical und dann mal zugehört was der Herr Neumann so zu erzählen hat. Auf den ersten Blick scheint das alles ähnlich zu sein aber wenn man mal genauer hinguckt gibt es hier doch schon einige größere Unterschiede zu dem aus Film und Fernsehen. Ich berichte mal von meinem ersten Tag, bzw. so viel ich davon noch behalten habe. Also normalerweise fahren Schulbusse, diese gelben Dinger, aber da ich zusammen mit meinen Gasteltern zu einem ersten Gespräch fahren muss nahmen wir meinen Gastbruder mit und fuhren mit dem Auto zur 30 Minuten entfernten High School. Wir gingen dann getrennte Wege, mein Gastbruder zum Unterricht und ich mit meiner Gastmutter zum Guidance Counselor. Das ist ein Mann, der den Beruf hat seinen eingeteilten Schülern mit der Wahl ihrer Fächer, Sportarten und allem anderen zu helfen. Zusätzlich entwirft er mit dir deinen persönlichen Stundenplan, so wie du ihn willst. So saßen wir also in seinem Büro und entwarfen meinen Stundenplan, das dauerte nicht wirklich lange (länger dauerte es dann bis ich jede Klasse mal besucht habe und 3 Wochen später meinen endgültigen Stundenplan hatte… aber ich kürze das mal ab). So sah es dann aus 1. Stunde: Amerikanische Geschichte, 2. Stunde: Englisch, 3. Stunde: Kunst, 4. Stunde: Bio/Chemie, 5. Stunde: Essen und danach Arbeitsstunde, 6. Stunde: Mathe und 7. Stunde: Kochen. So untersuchte ich ab der Zweite mal den amerikanischen Schulalltag und bemerkte unweigerlich, dass die Lehrer sehr viel mit Medien arbeiten. So hat jeder Lehrer erstmal eine interaktive „Easy-Teach“ Touchscreen Tafel inklusive Beamer. So kann er malen, Bilder, Filme und Internet Videos und –Seiten zeigen. Dann hat jeder Lehrer seinen eigenen Raum, den er mehr und weniger selbst je nach seinen Fach gestaltet. Etwas hat mein Geschichtslehrer ein riesen Regal voller historischer Filme und Poster und Zeitleisten überall. Einige Lehrer haben Kühlschrank, Mikrowelle und so Sachen. Außerhalb der Stunden sieht es etwas karger aus: Man rennt innerhalb von 4 Minuten nur zum Locker (Spint), holt seine Sachen und geht zur nächsten Stunde. Da bleibt (mit Ausnahme der Essenspause) keine Zeit für kurze Schwätzchen und Schulhof. Wie gesagt nur in der Essenspause war Zeit mal mit jemanden zusammen zu kommen und es gab zwei unterschiedliche Essenspausen. Ich war in der Ersten und mein Gastbruder in der Zweiten. So holte ich mein Mittagessen und hatte natürlich niemanden den ich kannte (würde sich dann natürlich ändern. Also fragte ich eine Gruppe von Jungs und Mädchen, ob ich mich zu ihnen setzen kann und nach amerikanischen Manieren empfingen sie den Fremden freundlich und ich erklärte, dass ich Austauschüler aus Deutschland bin und schon fingen sie neugierig ein Gespräch mit mir an. Später nach der Schule gingen mein Gastbruder, sein Name ist übrigens Ben, runter zu den Sportplätzen und so traf ich mein gegenwärtiges Fussballtem. Das Team war ziemlich geil und bald war ich mittendrin. Später unterhielt ich mich noch mit dem Coach (Wilks) und er entschied mich trotz des riesen Teams noch aufzunehmen. Ich bakam mein eigenes Trikko und wir fuhren Abends um 17.30 nach Hause. Das war so fürs erste über die High School. Beziehungsweise eins noch: Am Anfang sprach ich diverse Filme an und es nicht wirklich so , dass es die Super „Hot-Shots“ und die Nerds gibt. Es gibt zwar immer noch ein paar spezille Typen die ihr speziellen Intressen haben, aber das wird so zumindest grösstenteils tolleriert.
10.10.08 17:06


Das lange Wochenende - Insel inmitten vom Ocean

Am Donnerstag war noch der letzte Schultag bevor dem langen Wochenende und gleich am Morgen beim frühstück flackerte das Licht und kurz darauf kam durch den Notruffunk von meinem Gastvater (Feuerwehrmann), dass irgend so ein bekloppter Mensch ein Stromast mitgenommen hat. Also war die Straße zur High School erstmal versperrt und wir, mein Gastbruder und ich, die zusammen mit einem der beiden Dorffreunden mitfuhren mussten erst einmal eine halbe Stunde vor der Unfallstelle warten, also kamen wir noch zu spät. Egal, mit einem beim Sekretariat abgeholten Schein hat das schon geklappt. Der Tag verlief sonst wie jeder andere bis zur 5. Stunde. Wir, das JV Soccer Team, wurden früher entlassen, weil wir ein Spiel an einer 3 Stunden südlichen High School hatten. So stiegen wir in den Bus und fuhren durch die Pampa. Ich war schon den ganzen Tag genervt, weil immer etwas schief gelaufen ist, aber meine Laune besserte sich als wir an der Schule angekommen waren. Es war die Prospect Mountain High School und sie war riesig. Wir spielten auf einem der drei Felder gegen das JV Team von ihrer Schule. Ich hatte dabei viel Spaß und ich spielte insgesamt 20  Minuten Quater Half Back. Danach fuhren wir auf dem Rückweg noch beim Burger King vorbei. Die ganze Mannschaft stand Schlange und es dauerte eine Weile. Auf dem Rückweg wurden wir zusammen mit einem Kumpel von meinem Gastbruder in Twin Mountain raus gelassen. Alle schliefen schon und die beiden Spielten noch ein wenig Playstation und ich sah eine Weile zu, aber ging dann bald zu Bett. Tage wie diesen finde ich eigentlich gut, nur gibt es die nicht so häufig. Gut der nächste Tag sollte nun auch verplant werden und eigentlich wollten wir wieder Angeln gehen. Aber über den Vormittag bekam mein Bruder eine Einladung zu einem Kumpel am Abend zu kommen. Er und seine Familie leben in einem ziemlich schönen, ordentlichen Haus, was man sehr selten findet. Er hatte noch ein Paar Freunde und Freundinnen da und wir aßen Pizza schlugen draußen Golfbälle, ich hatte ja ausreichend in Washington geübt und sahen alle zusammen American Psycho und School of Rock. Später wurden wir von meinem Gastvater abgeholt und wir gingen gleich ins Bett, weil wir am nächsten Tag Verwandte in Massachusetts besuchen wollten. Ich hatte mich schon die ganze zeit drauf gefreut und nachdem wir am nächsten Morgen ein Paar Doughnuts  mitnahmen und 4 Stunden gefahren sind fielen mir beinahe die Augen aus. Sie lebten in einem wundervollen Vorort von Boston und es war vielleicht etwas schöner als der Rest der Umgebenen Städte in Nordmassachusetts, aber generell das gleiche. Wir verbrachten einige Zeit mit der Familie und ich spielte Basketball und Football mit den kleinen Gastcousins und später gingen wir noch auf ein Fußballspiel von meiner Gastcousine. Sie spielten Gleichstand. Am Abend sahen wir noch Fern und danach Prom Night. Ich schlief im Partykeller. Am nächsten Morgen brachen Meine Gasteltern, -Schwester und Ich auf nach Boston. Mein Gastbruder blieb da und fuhr zusammen mit meinem anderen Gastcousin aus New Hampshire am nächsten Tag zurück. Wir fuhren also nach Boston, damit ich etwas Sightseeing zu machen. Wir schauten uns den Hafen, das Aquarium, Quinzy Market, das alte Rathaus, den Park, das Hardrock Cafe und China Town an. Boston ist wirklich wunderschön und hat eine Menge Backsteinhäuser gemischt mit modernen Wolkenkratzern. Später am Mittag fuhren wir wieder zurück nach Twin Mountain. Ich hatte es da unten wirklich genossen. Jetzt hab ich noch einen Abend und einen Tag alleine mit meinen Gasteltern und meiner Gastschwester bevor am Dienstag die Schule startet.
13.10.08 00:46


Sport

Über Sport in der High School: Was macht ein durchschnittlicher Amerikaner nach der Schule? Richtig, entweder er arbeitet, er tritt einem Club bei oder er beteiligt sich an einen der mehr oder weniger zahlreichen Schulsportteams. So hat etwa jede Schule (je nach Grösse abhängig) so ein paar Mannschaften unterschieden in Sportart, Geschlecht und Stärke. An meiner Schule (mittlere Grösse) gibt es jetzt im Herbst die Sportarten Fussball, Feldhockey und Crosscountry (Marathon). Dann gibt es etwa nur Hockey für Mädchen und alles andere für beide Geschlechter. Dabei wird noch zwischen zwei Stufen unterschieden: Varsity und Junior Varsity (kurz: JV). Um dem ganzen Durcheinander noch ein Sahnehäubchen z geben: Es gibt Unterschiedliche Sportarten in den drei Trimestern Herbst, Winter und Frühling. So gibt es dann im Winter Crosscountry Ski (Langlauf), Basketball, Wrestling und Indoorfussball. Und eben im Frühling Softball und sonstwas (fällt mir grad nicht ein). Football gibt es leider nicht, weil die Schule beziehungsweise die Leute, die sie besuchen zu arm sind um sich die nötige Ausrüstung und das teure Training leisten zu können.

So spiele ich jetzt im Herbst Fussball im JV Team der Schule. Wir bestehen aus etwa 25 Spielern (ziemlich viel) und einem Coach, Coach Wilks. Er ist ein Mann Mitte 60 und meist ziemlich mürrisch. Aber auch gut, wir haben beim spielen auch so Spass. Jeden Nachmittag nach der Schule geht’s runter zum Spielfeld und zum Training. Das kann je nach Training des Mädchen Teams um 3 oder um 5 sein. Wenn es Regnet fällt es ganz aus (so wie heute). Und man hat 1-2 Mal die Woche ein Spiel gegen eine andere Schule der ähnlichen Grösse aus ganz New Hampshire. Das ist nicht wirklich praktisch, falls man am Nachmittag bis in den Süden ans andere Ende vom Staat fahren muss nur um 2 Stunden zu spielen. So wird das geregelt: Man wird von den letzten 2 Schulstunden entlassen steigt mit seiner Mannschaft in den Schulbus und fährt zwischen 1-4 Stunden zu seinem Ziel. Dort zieht man sich um, sieht sich eventuell erstmal das Varsity Spiel an und spielt dann selbst. Wir haben natürlich unsere eigene Uniform. Blau und Weiß, die Farben „White Mountain Spartans“. So lebt der Schoolspirit. Ganz selten gibt es ein wichtiges Spiel und dann gucken so einige Leute zu und sogar das Maskottchen ist dabei (Spartacus). Das ist zwar am Anfang alles ziemlich neu und aufregend, aber mit der Zeit wird alles Alltag und Routine. Und die letzte Frage die vielleicht bei einigen offen ist: Nein, im Fussball gibt es hier keine Cheerleader und Leute, die zu dir aufblicken. Das gibt’s eventuell im Basketball in der Wintersaison (was ich dann wahrscheinlich machen werde).

17.10.08 01:55





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